Angeln am Steinsfjord 2011

Es war diesmal am 24. August, als ich von Tors Anwesen wieder über die Bucht des östlichen Teils des Tyrifjords blickte. Bereits einige Tage vorher hatte mir Tor Johansen von dem extrem hohen Wasserstand per Email berichtet. In der Tat, der Wasserspiegel war auf Grund des langandauernden Regens der letzten Wochen bereits über einen Meter angestiegen - Tendenz weiter steigend! Vorerst unbeeindruckt habe ich die am Himmel aufziehenden dunklen grauen und tiefhängenden Wolken zur Kenntnis genommen. Oder waren sie doch der Grund dafür, warum mir die notwendige Motivation fehlte, um meine doch umfangreichen Gerätschaften zu montieren?

Tief hängen die grauen Regenwolken über dem östlichen Teil des Tyrifjords.

Besonders die Montage der Rutenhalter ging nur schleppend und halbherzig voran. Der Aufbau und vor allem die richtige Position der Rutenhalter ist beim Schleppenfischen ab einer gewissen „Anzahl“ von Ruten - wegen der Gefahr des Verhedderns - besonders wichtig!
Diese Dinge mussten heute unbedingt noch erledigt werden, weil ich am darauffolgenden Tag gegen 9:00 Uhr zwei passionierte Raubfischangler an der Tankstelle in Sundvollen abholen wollte.
Udo und Josef, begeisterte Raubfischangler aus der Nähe des Bodensees, hatten ein Haus, westlich und am Anfang des Tyrifjords wenn man von Oslo kommt, für eine Woche gemietet. Sie wollten am Steinsfjord fischen, aber leider gehörte zum Haus nur ein Ruderboot. Damit zum Steinsfjord und wieder zurück zu rudern, war natürlich ein aussichtsloses Unterfangen. Deshalb habe ich sie eingeladen, am Donnerstag und Freitag, mit mir gemeinsam am Steinsfjord zu fischen.

Am Donnerstag sah es dann so aus, als würde sich das Wetter bessern.

Am Donnerstag, bereits um 7:00 Uhr in der Frühe, hatte ich mir auf die Schnelle das noch fehlende und für diesen Tag zum Einsatz kommende Equipment zusammengebaut! Insgesamt 6 Ruten, darunter waren zwei Wurfruten, bestückt mit Stationärrollen, woran ich jeweils einen Gummifisch - "Relax Kopyto" 16cm in Gelb mit schwarzen Rücken - montierte. Die anderen vier Ruten waren mittlere und schwere Schleppruten mit Multirollen, an denen ich Wobbler - jeweils einem "Salmo Perch" "Hotperch, Gewicht: 62 Gramm, Länge 14cm" und einen "Musky Mania 9'' Deep Diver" „Ernie Golden Shiner, Länge 22cm“- befestigte.
Dann ging es zur Tankstelle, um die dort wartenden Gäste abzuholen. Nach kurzer Vorstellung und netter Begrüßung ging es zurück zum Haus, wo mit dem Beladen des Bootes begonnen wurde!

Das Echolot ist montiert. Gleich gehts los!

Nachdem das Echolot bzw. die Geberhalterung montiert und justiert war, ging es um 10:30 Uhr in den Steinsfjord. Der neue Motor, ein Suzuki V4 mit 25 PS, brachte uns zügig dort hin. Die grauen Wolken hatten sich etwas verzogen, und zum Glück regnete es auch nicht, wobei der Wind mäßig und optimal aus westlicher Richtung wehte.
Das Echolot zeigte Fische in Tiefen bei 9 bis 13 Meter an. Ungefähr einen Meter tiefer als letztes Jahr, optimal dachte ich noch, was deshalb noch kein Grund war, die Angelmethode umzustellen, um jetzt schon die Downrigger einzusetzen! Die lagen zu diesem Zeitraum auch noch im Auto!

Auf dem Steinsfjord. Der neue Motor lief perfekt!

Josef hatte einen riesigen "Bull Dawg" montiert, den er mittschiffs zu Wasser ließ, während Udo mit diversen Wobblern experimentierte. Ich selbst hatte nur einen Musky Mania Golden Shiner achtern, in ca. 40 Meter Entfernung und in 9 Meter Tiefe, laufen. Obwohl mehrfach die Rollenbremse schnarrte, konnte ich keinen Fisch haken! Vielleicht waren es auch nur kurze Hänger an den Leinen von vergessenen Krebskörben!

Das es nicht so gut lief, ahnten Josef und Udo zu dieser Zeit noch nicht!

Dann plötzlich, es war schon auf der Rücktour, als ein kräftiger Biss Josefs Rute fast aus seinen Händen gerissen hätte. Es ist nochmal gut gegangen, denn ein schöner Hecht hatte den großen Bull Dawg genommen. Die Gegenwehr war heftig, aber nach einigen Minuten konnte Josef ihn über den großen Kescher führen und sicher landen. Bei 83 cm brachte er 4,2kg auf die Waage. Toll, nachträglich dazu nochmal ein kräftiges „Petri Heil“!
Leider musste der Hecht getötet werden, denn die Drillingshaken des Köders sind soweit in den Kiefer eingedrungen, dass das Lösen der Haken unmöglich war. Ein Zurücksetzen wäre unverantwortlich gewesen! Schade! Dafür freute sich die mitgereiste Familie über die am Abend zubereiteten Hechtfilets.

Josef mit Hecht. Gefangen auf Bull Dawg.
Länge: 83cm! Gewicht: 4,2kg!

Am nächsten Tag, dem Freitag, trafen wir uns erst gegen Mittag direkt am Bootssteg. Die Zeit vormittags hatte ich dazu genutzt, die Rutenhalter am Boot optimal zu positionieren und die noch fehlenden Ruten, für die eventuell zum Einsatz kommenden Downrigger, zusammengebaut. Der Wasserspiegel war zwischenzeitlich um weitere 10cm angestiegen, was daran lag, dass es letzte Nacht wie aus Gießkannen geregnet hatte.

Fische stehen tief bei 9 bis 13 Meter!

Wieder am Steinsfjord galt mein erster Blick dem Bildschirm des Echolots. Auch an diesem Tag zeigte das Echolot die Fische, wie auf einer Perlenkette hintereinander aufgereiht an. Aber nun standen die Fische nochmals ca. einen Meter tiefer als am Tag vorher, also bei 11 bis 12 Meter Wassertiefe. Natürlich wusste ich, dass wir es schwer haben werden, die Fische selbst mit den schweren "Mann's Magnum 30+" zu erreichen. Ich dachte aber auch, ein blindes Huhn findet ja bekanntlich auch mal ein Korn! Was für ein Irrtum! Aber wir hatten ja noch die Wurfruten, mit denen wird es schon klappen!
In der Tat, Udo hatte bei mäßiger Schleppgeschwindigkeit plötzlich einen großen Fisch an der Wurfrute, an der ein Gummifisch - Relax Kopyto, Gelb mit schwarzem Rücken in 16cm Länge - montiert war, gehakt. Aber leider nach etlichen Minuten Drill, kurz vor dem Boot verloren!
Schade Udo, vielleicht klappts im nächsten Jahr!
Zwischenzeitlich konnte ich mich dazu durchringen, an einer zweiten schweren Schlepprute, die ebenfalls achtern montiert war, einen bis über 9 Meter tieflaufenden Musky Mania Golden Shiner, in einer Entfernung von ca. 40 bis 50 Meter hinter dem Boot, zu schleppen.
Zum Glück, denn zur Ehrenrettung des Tages fingen wir noch einen knapp 80cm großen Hecht, der den in 9 Meter Wassertiefe laufenden "Musky Mania Golden Shiner" nicht widerstehen konnte!
Naja, fangmäßig waren die beiden Tage nicht gerade die Creme, aber trotzdem wunderschöne und aufregende Angeltage mit sehr netten Bekanntschaften. Danke Jungs!

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Kompletter Bericht -Steinsfjord 2011- in "Fischen mit dem Downrigger"